I’m not a part of your game

In der vergangenen Woche haben ich und das von mir betreute Projekt „Dorf der Jugend“ eine Einladung von der Sächsischen Staatskanzlei zu dem Antrittsbesuch des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Sachsen erhalten, der im November stattfinden soll. Nachdem ich gegenüber der Staatskanzlei meine persönlichen Befindlichkeiten geäußert hatte, haben wir die Einladung am vergangenen Donnerstag noch einmal im Plenum diskutiert. Ich habe dann heute die Absage mit einer kurzen Begründung via Mail nach Dresden gesandt. Da ich es als wichtig empfinde das derartige Absagen auch öffentlich gemacht werden möchte ich diese gern mit diesem Beitrag tun.

Hallo Frau …,

meine Antwort trifft leider etwas verspätet ein, aber ich denke dies sollte kein Problem darstellen. Wir haben in unserem Plenum am Donnerstag sehr lang über Ihre Einladung gesprochen, die Diskussion hatte die unterschiedlichsten Facetten. Ich möchte Ihnen hier kurz das Ergebnis zusammen fassen und Ihnen auch die Gründe dafür kurz umreißen.

Ich möchte mich im Namen des Projektes noch einmal recht herzlich für Ihre Einladung zu dem Empfang bedanken, jedoch können wir Ihrer Einladung nicht nachkommen.

Die Gründe möchte ich Ihnen versuchen kurz zu erläutern.

Wie Sie geschrieben haben nehmen an dem Empfang ca. 150 Menschen teil. Wir sehen im Rahmen der Veranstaltung keine Möglichkeit auf aktuelle problematische Situationen in Sachsen hinzuweisen. Wenn ich Ihre Antworten richtig lese ist dies im Rahmen der Veranstaltung auch nicht vorgesehen. Wir sehen, aber eben dies aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Lage als eine absolute Notwendigkeit. Besonders in Sachsen wo PEGIDA, LEGIDA und die AfD auf einen sehr breiten Gesamtgesellschaftlichen Konsens treffen ist es wichtig und längst überfällig dies endlich öffentlich zu formulieren. Die CDU um Herrn Tillich hat allerdings in der letzten Woche in Sachsen gezeigt das sie eben genau dies nicht tun möchten, sondern eher versuchen wollen mit einem zukünftigen Ministerpräsidenten diesen rassistischen und Menschenverachtenden Konsens zu treffen. Dies macht es uns schwierig repräsentativ für das Land Sachsen und das gesellschaftliche Engagement in dem Bundesland in welchem wir leben bei einem Antrittsbesuch des Bundespräsidenten einzustehen. In der vergangenen Woche wurde unser Projekt zweimal von Nazis attackiert, unter anderem wurde bei einem Vorfall der Spruch „Im Namen des Volkes – 88“ gesprüht. Die Täter_innen bekommen durch den bei uns gelebten Umgang mit Menschenfeindlichkeit eine Legitimation für Ihr tun und handeln und das bekommen Projekte und Initiativen wie die unsere im ländlichen Raum zu spüren. Ich könnte Ihnen dies jetzt noch viel umfassender erläutern und wenn Ihrerseits Interesse an diesen Erläuterungen besteht stehe ich, oder die Projektteilnehmer_innen gern zur Verfügung. Jedoch stehen wir nicht zur Verfügung um ein engagiertes Sachsen zu repräsentieren, welches es wahrscheinlich nur noch gibt weil wir ebenso wie die Menschenfeinde gern in diesem Bundesland und in unseren Regionen leben und deshalb NOCH nicht aufgegeben haben der Menschenfeindlichkeit das Gesamtgesellschaftliche Feld zu überlassen.

Vielen lieben Dank für Ihre Einladung und eine dennoch erfolgreiche Veranstaltung!

Solidarische Grüße

Tobias Burdukat
i.V. der waterkant Crew vom Projekt „Dorf der Jugend“

Es gibt eine Menge wichtige Dinge die endlich ausgesprochen werden müssen und wenn diese Möglichkeiten nicht gegeben sind bleiben derartige Veranstaltungen nur eine Farce auf die ich persönlich verzichten kann!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.