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Auf Facebook kam es unter der Veröffentlichung eines offenen Briefes der Mietergemeinschaft im TLG Gewerbepark Grimma, bezüglich eines evtl. geplanten Bauvorhabens für ein Asylbewerber_innenheim zu einer Diskussion. Gut als eine Diskussion kann ich viele der geposteten Kommentare nicht bezeichnen. Besonders die Kommentare einer Kathleen Conrad (Facebookprofilname/ein paar Fotos findet ihr als Anlage, leider hat Kathleen Conrad alle ihre Kommentare gelöscht) sind als hochgradig rassistisch aus einer Über-/Untermensch Perspektive zu betrachten. Ich habe es nicht glauben wollen, wie ihr an dem Kommentarverlauf sehen könnt und habe versucht dort nach zu fragen um irgendwie eine Aussage von der besagten Person zu erhalten, was leider nicht gelang. Somit komme ich zu der beschriebenen Schlussfolgerung, was ziemlich enttäuschend ist, aber gut daran sollte mensch sich wahrscheinlich mittlerweile gewöhnt haben, jedoch sehe ich es nicht ein mich an Menschenverachtende und zu tiefst rassistische Aussagen zu gewöhnen auch wenn sie derzeitig allgegenwärtig sind, leider.

In den Kommentarverlauf hat sich dann später Matthias Langner (Facebookprofilname) eingeklinkt, dort startete es, wie so häufig mit den immer wiederkehrenden pauschalisierenden, wenig sagenden und polemischen Kommentaren. Irgendwie drehte es sich dann jedoch zu zwei Kommentaren welche mich motivierten diesen Artikel zu schreiben und diese Kommentare etwas näher zu beleuchten. Polemisch sind sie trotzdem, jedoch finde ich, dass sie wenigstens eine Gesprächsgrundlage liefern um zu bestimmten Aussagen Stellung zu beziehen. Außerdem sind sie viel zu umfangreich um dazu eine Facebookantwort in der Kommentarspalte zu verfassen. Bevor ich in die Kommentare einsteige muss ich auch sagen, dass ich Matthias in den Kommentaren zuvor nicht wirklich ernst genommen hab und mich hab hinreißen lassen ab einem Punkt sehr arrogant und hämisch zu antworten. Passiert selten, aber bei so viel Oberflächlichkeit in den meisten Kommentaren fällt es tatsächlich schwer das Niveau zu wahren! Deshalb auch eine ernste Antwort auf die beiden letzten Kommentare. Da es viele Behauptungen, Feststellungen, etc. in wenigen Sätzen waren habe ich mich entschieden die Kommentare und deren Aussagen chronologisch abzuarbeiten. Kursiv ist dabei immer der Kommentar von Matthias Langner, da die Kommentare auf dem Facebookprofil von Up to date Grimma/News öffentlich nachlesbar waren erfolgte auch keine Schwärzung von Namen. Die Löschung der Kommentare fand statt nachdem ich Matthias Langner mitgeteilt hab, dass ich auf seine letzten beiden Kommentare mit einem ausführlichen Text antworten werde. Leider war ich nicht schnell genug wirklich alle 39 Antworten zu fotografieren welche unter dem Kommentar von Frau Conrad zu lesen waren, auch bei anderen Kommentaren hat sie ihre sehr rassistischen Antworten gelöscht!

Kommen wir aber nun zu Matthias Langner seinen Kommentaren:

Matthias Langner: „eben ich tu was für meinen luxus genau wie diese feiglinge was für ihren tun könnten.“ Hier wirft sich für mich eine grundsätzliche Frage der Definition und des Verständnisses auf. Ich habe mit der Verwendung des Begriffes Luxus in einem vorigen Kommentar gemeint das wir alle in einer Welt leben in welcher der Luxus der einen (zu denen wir in Deutschland gehören), die Armut und das Leid der anderen sind. Wer dies bestreitet, verkennt, nach meiner Auffassung, die Fakten das wir in einer globalisierten Welt mit einer auf bedingungslosen Wachstum ausgerichteten Marktwirtschaft leben. Dies ist eine Interpretation und eine Auslegung eines kapitalistischen Wirtschaftssystems, für mich persönlich ist es die idiotischste und bescheuertste Auslegung, da es grenzenloses Wachstum in einer begrenzten Welt (Begrenzung liegt bei EINE Welt) nun mal nicht geben kann. Da es aber nach wie vor noch genügend Unternehmen und in erster Linie Menschen gibt die dies glauben wird sich daran vorerst nichts ändern. Der aktuelle Lösungsansatz dafür, dass dies möglich bleibt, nennt sich Ausbeutung. Ausbeutung ist ein interessantes Thema, denn auch du Matthias wirst damit ausgebeutet, du glaubst etwas Besseres zu sein, ernüchternd muss ich sagen, bist du nicht. Du hattest einfach nur Glück in einem Land geboren zu sein in welchem seit vielen hundert Jahren Menschen sterben, da sie für Menschenrechte eintreten. Daraus gingen Sozialsysteme, Bürger_innenrechte und vor allem Persönlichkeitsrechte hervor. Dies alles wurde möglich da wir nun mittlerweile auf fast 500 Jahre Reformation zurück blicken können, welche ohne historische Bedenken als Vorläufer der Humanismusdebatten des 17. und 18. Jahrhunderts und der daraus resultierenden französischen Revolution zu benennen sind. Für das damalige Deutsche Reich brachte es jedoch den Nachteil mit sich das die Frage von Menschenrechten im 18. und 19. JH nicht noch einmal neu diskutiert wurde. Dann kam es dazu, dass eine Weimarer Republik ausgerufen wurde, die ich aus heutiger Perspektive immer noch als fortschrittlicher als die heute existente Demokratie bezeichnen würde (definitiv eine streitbare Aussage). Der Nachteil war das sie nicht standhaft genug war gegenüber demokratiefeindlichen Einflüssen wie z.B. denen der NSDAP. Wenn du möchtest gehe ich darauf auch gern noch einmal näher ein. Kommen wir aber zurück zu der Aussage du würdest etwas für deinen Luxus tun. Mir ist nicht bekannt das du an einer der Erfindungen der industriellen Revolution und an den Fortschritten der letzten 20 Jahre was Computer und Produktionstechnik betrifft beteiligt gewesen bist. Ebenso ist mir nicht bekannt das du in irgend einer Art und Weise an Sozialreformen, angefangen bei Bismarck bis hin zum Zusammenbruch des Eisernen Vorhanges involviert gewesen bist. Ich ebenso wenig, aber ich behaupte auch nicht das ich etwas für den Luxus den ich hab, getan hab, außer geboren worden zu sein. Woran ich mitwirke ist an dem Erhalt des Luxus, ebenso wie du, indem ich ins Sozialsystem einzahle, beim einkaufen mich nicht weigere die MwSt zu zahlen und und und…! Somit beteilige ich mich wie du an den Ausgleichssystemen unseres Sozialstaates. Nun aber der Knackpunkt der Angelegenheit, wenn ich von all den Sachen profitieren möchte sollte ich in einer aufgeklärten Gesellschaft die notwendige Größe und Menschlichkeit besitzen anderen Menschen, die nicht wie du und ich dieses Geburtsglück hatten, die Möglichkeit zu gestehen ebenfalls von diesen Errungenschaften zu profitieren. Warum? Könntest du jetzt entgegnen! Weil wir alles Menschen sind und mit dem Wissen das dein Handy nur so billig sein kann weil täglich in irgendwelchen Erzschlammminen im Kongo Menschen sterben, aufgrund der Arbeitsbedingungen und der nicht wirklich vorhandenen Löhne, dein Handy und deine Klamotten so preiswert sind und du dir vieles leisten kannst weil sie zu unmöglichen Bedingungen hergestellt werden, du dein Auto betanken kannst weil Öl in Konfliktregionen gefördert wird, du überhaupt ein Auto hast weil Unmengen von Zubehörteilen in Billiglohnländern (auch innerhalb der EU) produziert werden, du dir jeden Tag ein Stück Fleisch gönnen kannst da Trinkwasser lieber zur Bewässerung von Feldern für Tiernahrung verwendet wird, parallel neben der Wasserleitung aber pro Tag drei Kinder verdursten! All diese Tatsachen gehen dich etwas an, denn sie bilden den Gesamtrahmen deines Wohlstandes. Willst du diesen für dich allein, dann produzier ihn auch für dich allein, oder wahlweise mit deiner Volksgemeinschaft oder dem was du Nation nennst. Nichts in unserer Welt ist einfach da und selbstverständlich. Die persönliche Freiheit ist nur so viel Wert wie die Freiheit des anderen, oder besser die Freiheit welche ich dem anderen zugestehe!

„aber nein man muss ja flüchten. deserteure sind das! und die wurden von den russen im 2.wk zb an ort und stelle erschossen.“ Flucht ist doch ein natürlicher Reflex, warum bitteschön sollte ich in einem Land wo es ständig Konflikte, Krieg oder flächendeckende Armut gibt bleiben wollen. Bitte entschuldige, aber die Logik verstehe ich nicht. Historisch können diese Länder gar nicht auf eine Geschichte wie die unsere zurück blicken. Falls es nicht mehr in deinem Bewusstsein ist möchte ich hier an Kolonialisierung und Unterdrückung von ganzen Kontinenten erinnern. Diese historischen Fakten haben die europäische, amerikanische und die russische Entwicklung erst möglich gemacht. Warum glaubst du wollten Menschen aus der DDR fliehen? Die DDR gehörte einfach mal zu den Ländern die für den Wohlstand Einzelner innerhalb Russlands notwendig waren. Verbesserungschancen innerhalb des Systems gingen ohne Flucht gen null. Gleiches gilt aktuell für die Länder Afrikas und des Nahen Ostens, Balkan etc. Europa ist einfach nah und die Chancen in Russland oder China ein neues Leben zu starten sind recht gering. Nordamerika und Australien einfach zu weit weg! Gleiches gilt doch auch für die Länder Latein und Südamerikas, diese dienen dem Wohlstand Nordamerikas und auch dort gibt es Unmengen von Migrationsströmen. Auch diese Entwicklung hat ihren Ursprung in der Kolonialisierung durch Europa, i.v.m. dem Sklavenhandel und dem dadurch einhergehendem Aufbau eines Ausbeutungskontinentes. Das alles lässt sich ja nun nicht mehr rückgängig machen, jedoch sollten wir uns dessen bewusst sein und unser Gewissen sollte uns sagen das es uns nur so gut geht da es vielen, vielen anderen Menschen auf dieser Welt echt beschissen geht. Damit ist das Bedürfnis zu flüchten um seine persönliche Situation, oder die seiner Kinder (geboren oder ungeboren völlig egal) zu verbessern, absolut nachvollziehbar. Zu deiner Information das mit dem erschießen passiert nach wie vor noch, wenn Menschen fliehen. Aber ist nicht die Frage viel interessanter ob es sich überhaupt lohnt zu kämpfen in einem Land wo die Verbesserungschancen recht gering sind? Der Individualismus hat weltweit seine Spuren hinterlassen, also will in erster Linie jeder Mensch erst einmal seine Position oder die seiner Familie verbessern! Das Land ist den Menschen doch dabei häufig egal. Ich kämpfe doch auch nicht für ein Land, indem ich solche Texte schreibe, ich kämpfe für die Werte und die Menschenrechte, die hier zum Glück rechtlich gesichert sind. Hätten wir in Deutschland Zustände wie in Rumänien, Serbien, Bulgarien, Moldavien, der Ukraine, Latein und Südamerika…damit gleich zurück zum Kommentar von Matthias: „und war denn der allwissende Ana R. Chia dort und weiß dass es alles kriegsflüchtlinge sind?“, würde ich auch versuchen zu flüchten oder wenigstens in einem anderen Land zu leben wenn ich merke kämpfen bringt mich nicht weiter. Besonders wenn ich zu den Menschen gehören würde welche als Sinti und Roma bezeichnet werden. Dabei ist völlig irrelevant ob Kriegsflüchtling oder anderer Motivationsgrund wie wirtschaftliche Situation oder Religionszugehörigkeit. Um damit deine Frage zu beantworten, nein ich war nicht in allen Ländern aus denen Menschen aktuell flüchten, aber ich war in ausreichend Ländern (teilweise auch in einigen Ländern an Entwicklungsprojekten beteiligt), um mit flüchtenden Menschen, einzig und allein aus dem Grund ihre individuellen Lebensumstände zu verbessern, mitfühlen zu können. Es ist für den überwiegenden Teil unserer Weltbevölkerung nicht selbstverständlich den Wasserhahn auf zu drehen und warmes oder überhaupt Wasser zu empfangen. Es ist auch nicht selbstverständlich ohne Angst vor Verfolgung oder einem Bombeneinschlag im Schlafzimmer ins Bett zu gehen! Es ist auch nicht selbstverständlich in einen Supermarkt zu gehen und sich dort Essen zu kaufen. Häufig kommen dann hier diese „nimm sie doch bei dir auf“ Phrasen, dort merkt mensch eindeutig das irgendetwas in der Bildung nicht ganz vollständig ist. Unsere gesellschaftlichen Freiheiten und Rechte, wie eben Menschenrechte, gelten als solche da sie keine individuellen Freiheiten und Rechte beschreiben sondern eben gesellschaftliche, also empfinde ich es auch als gesellschaftliche Aufgabe (also Aufgabe ALLER) die existente Aufgabenstellung zu lösen. Dort wird es niemals gelingen die Bedürfnisse jedes Individuums zu befriedigen, aber es kann gelingen im Sinne der Menschenrechte und unserer gleichberechtigten Gesellschaft, diese Aufgabe zu meistern! Wir sind ALLE Teil der Gesellschaft, also auch ALLE verantwortlich, somit ist mit einem „nimm sie bei dir auf“ nichts getan und erreicht!

„wir sehen doch im tv und zeitung nur was diese linke regierung will… die wahrheit wird in den medien vertuscht“ Ich wusste bisher noch gar nicht das die Partei Die LINKE mittlerweile Regierungspartei ist. Ich sollte mir wahrscheinlich doch mal wieder einen Fernseher besorgen. Was ist eine Linke Regierung? Sorry, dass ich frage, aber in politischen Zusammenhängen betrachte ich Begriffe wie Links und Rechts nicht wirklich als Bezeichnung für irgendetwas, sie sind einfach zu schwammig und nicht mehr Zeit gemäß, meine Auffassung! Ich freue mich über Erklärungen. Besonders interessieren mich die Wesensmerkmale einer Linken Regierung. Zu der Wahrheit muss ich sagen, hier empfinde ich es als Aufgabe jedes einzelnen sich zu informieren und weiter zu bilden, auch mal eine wissenschaftliche Abhandlung zu irgendeiner Aussage zu lesen und sich auch mit Fakten zu beschäftigen. Die Wahrheit wirst du nirgends finden, denn kein Mensch auf Erden kann alles wissen. Die Wahrheit zu Ereignissen betrifft dies ebenfalls, indem Moment wo du nicht selbst dabei gewesen bist ist alles nur eine Darstellung und niemals die Wahrheit. Woher willst du also wissen dass die Wahrheit vertuscht wird? Medien sind wie ein Foto, was Sekunden vor und nach dem drücken des Auslösers passiert ist bleibt Interpretationsspielraum. Es gibt Medien die machen Serienbilder und es gibt Medien die fotografieren den günstigsten oder ungünstigsten Moment, für die Beste Schlagzeile, um bei dem Fotobeispiel zu bleiben. Der Mensch bevorzugt leider das eine Bild, anstatt die Serienbilder, würde auch mehr Zeit kosten sich die Serienbilder an zu schauen und Zeit ist auch so ein Reizthema innerhalb einer Leistungsgesellschaft.

„ich glaub du verstehst mich auch falsch. ich habe absolut nix gegen kriegsflüchtlinge. aber dann bitte aus ländern wo krieg ist… syrien sehe ich als einziges wirklich schwer betroffenes land! aber die kommen von überall!!!“ Wie ich oben schon geschrieben hab finde ich nicht das wir aus unserer Perspektive derartiges beurteilen können. Nehmen wir da tatsächlich als plausibelstes Beispiel die Sinti und Roma, die haben kein Land, keine Heimat oder was auch immer aus dem sie flüchten. Die flüchten und bewegen sich seit Jahrhunderten. Religiös oder politisch verfolgte Menschen zählen ja nun auch nicht mit zu den Kriegsflüchtlingen und grad bei Syrien würden sicher viele gern wieder zurück, aber wer stirbt schon gern freiwillig? „weil mama merkel ja jeden angelockt hat und jetzt die konsequenzen spürt in der eu und der bevölkerung.“ Was bedeutet angelockt? Sagen wir mal so grad in Ostdeutschland können wir ruhig Zuwander_innen vertragen, schauen wir uns die Abwanderungszahlen an und wie schon zuvor geschrieben, ist Westeuropa selbstverständlich attraktiv, horch tief in dich und dort wird dir eine Stimme sagen in Deutschland oder Skandinavien etc. möchte ich probieren ein neues Leben zu beginnen, wenn du auf der Flucht wärst. Grund dafür sind nun einfach mal die unwahrscheinlich positiven Sozialsysteme welche wir haben. Ich persönlich möchte diese nicht missen und genau deshalb bin ich aber auch bereit diese Möglichkeit auch jedem anderen Menschen zu zugestehen. Zumal wir einfach auch Unterstützung benötigen um diese Sozialsysteme aufrecht zu erhalten.

„natürlich muss man aufpassen dass das ganze nicht formen annimmt wie vor 70 jahren… aber so wie es jetzt ist wird das böse enden…“ Bei diesem Ausspruch fehlt mir leider der Bezug. Formen wie vor 70 Jahren meint wahrscheinlich das Deutschland ab 1933 (82 Jahre) oder ist gemeint die Zuwanderung um 1945 (70 Jahre)? Woher diese Angst kommt und welches böse Ende bevor steht ist mir auch unklar. Ich habe auch Angst, Angst jedoch vor Menschen die hetzen und mit denen Diskussion nicht mehr möglich ist, Angst vor Menschen die Brandanschläge auf Asylbewerber_innenheime verüben und die Realität unserer Welt und unserer Gesellschaft verkennen. Angst vor Menschen die andere Menschen mit Tieren gleich setzen (siehe Kommentare Kathleen Conrad). Mich würden Lösungsvorschläge interessieren welche unsere globalisierte Welt und die damit einhergehenden Problemlagen und Aufgabenstellungen berücksichtigen. Ein Ansatz den ich recht interessant fände, wär, wenn sich unsere Gesellschaft so weiter entwickelt das ein Bewusstsein bei der Mehrheitsbevölkerung entsteht warum bestimmte Sachen entstehen und wie Zusammenhänge sind. Menschen die unter den Fahnen von den GIDA´s rufen „Wir sind das Volk“ kommen mit dem Auto zur Demo, tragen billig und ausbeuterisch produzierte Klamotten, nutzen ein billig produziertes Smartphone und und und…! Für mich stellt sich da die Frage wollen die Menschen diese Zusammenhänge nicht erkennen oder können sie es nicht? Wenn ich mit meiner Art und Weise zu leben und vor allem zu konsumieren die Reichen immer reicher mache und das global betrachtet, werden die Ärmsten immer ärmer und drängen darauf ihre Situation zu verbessern. Daran das die Reichen immer reicher werden haben in erster Linie die konsumierenden Menschen einen Anteil und diese leben nun einmal in Ländern wie Deutschland.

Anlass für diesen Artikel waren speziell die Kommentare auf die ich versucht hab einzugehen. Eine Stellungnahme meinerseits bezüglich das Offenen Briefes bezogen auf eine geplante Asylbewerber_innenunterkunft inmitten eines Gewerbegebietes steht noch aus und nachdem ich mich hier an den Kommentaren aufgerieben und abgearbeitet hab, wäre eine Vermischung denke ich sehr fatal.

Zum Abschluss kann ich jedoch zwei Punkte schon heute sagen:

  1. Ein Gewerbegebiet ist ein denkbar ungünstiger Ort um eine Asylbewerber_innenunterkunft zu eröffnen. Die Gründe dafür liegen nach meinem Empfinden jedoch ganz woanders als in dem vorliegendem Schreiben dargestellt.
  2. Ich werde versuchen mit möglichst vielen Unterzeichner_innen das Gespräch zu suchen, mit einigen stehe ich ja bereits im Kontakt, um mir einen Standpunkt zu erarbeiten welcher für mich die folgenden Dimensionen enthalten muss:
    • Wie stehen die Gewerbetreibenden zu dem Vorhaben, zum einen als Privatpersonen, zum anderen als Gewerbetreibende.
    • Wie steht der Teil der Menschen, den ich glaube als Stadtrat zu vertreten, zu diesem Vorhaben.
    • Wie können die Aufgaben kommunal gelöst werden welche gerade im Bereich Asyl momentan aktuell sind.
    • Wie können wir gegenüber uns selbst die Ideale der Menschlichkeit und der Nächstenliebe wahren trotz der anstehenden Entscheidungen, welche wir im Sinne der Gesellschaft, der Menschen und der freiheitlichen demokratischen Grundsätze treffen müssen.
    • Welche Alternativen Lösungsmöglichkeiten gibt es oder könnten genutzt werden?

Eins bleibt denn dies kommt aus tiefster Überzeugung und beschreibt die Herangehensweise an die Erläuterungen zu den Kommentaren in Verbindung mit meiner persönlichen Sicht auf die Realität. Getrieben und zusammen gehalten wird nämlich all dies von einer Utopie und dem Traum von einer solidarischen und menschlichen Welt. Die Betonung liegt dabei wie schon zuvor auf EINER Welt!

Another world is possible…!!!

Beitrag zum Offenen Brief an Henry Graichen – Medienportal Grimma

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3 Gedanken zu „Aus 155 Wörtern Kommentar werden 2857 Wörter Antwort“

  1. warum sind wir „dummen“ deutschen immer die einzigen die sich rechtfertigen müssen wenn man flüchtlinge in welcher form auch immer ablehnt? ich meine damit nicht gewalt o.ä.!

    wieso müssen wir uns immernoch für die (und damit meinte ich die zeit vor 70 jahren) rechtfertigen für das was damals geschehen ist? ich hab damit absolut NICHTS zu tun und sehe es daher auch nicht ein dass wir jedem in den arsch kriechen und keinen stolz auf unser land zeigen können ohne sofort als nazi hingestellt zu werden!
    warum lehnen denn einer focus.de umfrage die ich vorhin auf n-tv gesehen habe mittlerweile knapp 62% der deutschen hilfe für die asylanten ab? alles nazis? oder sind das vllt nicht doch nur menschen die einfach von dieser arschkriecherpolitik die schnauze voll haben und dass wir mit UNSEREN steuergeldern die mutter theresa der welt spielen müssen?

    1. Hallo Matthias, erst einmal vielen Dank das du deine Kommentare hier noch einmal gepostet hast. Dies machen sehr viele Menschen nicht und motzen dann haltlos bei Facebook weiter. Dies ist viel einfacher, da die Möglichkeit besteht einfach unter vielen Postings etwas zu schreiben und damit den ursprünglichen Bezug immer und immer wieder zu verlassen. Somit kommt keine wirkliche Diskussion auf.

      Kommen wir aber zu deinem Kommentar. Ich muss auch beide mit einander verbinden, deshalb die Antwort nur unter einen Beitrag. Ich würde die beiden auch gern zusammenfügen, damit wird es übersichtlicher, wenn ich darf?

      Du schreibst auf der einen Seite das du dich nicht mehr für den 2. Weltkrieg rechtfertigen möchtest (verwendest aber immer die Zahl 70, dort war er vorbei, das verwirrt mich, ich denke da immer du hast ein Problem mit dem Ende des Krieges), auf der anderen Seite beziehst du dich aber klar auf die Nachkriegszeit und rechtfertigst damit deine Argumentation. Es wäre hier an diesem Punkt sehr schön wenn du dich entscheidest, entweder oder! Beides ausblenden und nur auf die Gegenwart beziehen oder beides mit einfließen lassen. Dazu muss ich sagen das der Mensch grundsätzlich ein geschichtliches Wesen ist und wir nicht frei sind von unserer Geschichte. Soll heißen ohne 2. Weltkrieg wär ich vielleicht gar nicht hier da meine Familie z.B. einen Migrationshintergrund hat. Also bin ich nicht ganz frei davon! Ich empfinde es also als wichtig das wir den Kontext betrachten, wenn du dies auch so siehst dann betrachte es bitte auch im Zusammenhang.

      Auf der anderen Seite möchte ich mich davor hüten die aktuelle Situation, mit der Situation nach 1945 zu vergleichen. In deinen anderen Kommentaren hast du z.B. Syrien erwähnt, dort ist Krieg und Verfolgung ja noch aktuell und wahrscheinlich gehen den Menschen die Verstecke aus um noch dort zu bleiben. Ich weiß aus persönlichen Gesprächen das viele Menschen, gerade aus Syrien durchaus auch wieder zurück möchten, allerdings geht das gerade halt einfach nicht.

      Was den Stolz auf ein Land oder eine Herkunft angeht ist das deine Sache. Ich muss nicht auf ein Land stolz sein, denn ich mache genügend Sachen an denen ich mehr Anteil hab als einfach nur ein Geburtsglück. In der aktuellen Situation fällt es mir noch schwerer, denn ich schäme mich regelrecht Menschen sagen zu müssen das ich aus Deutschland und speziell aus Sachsen komme. Zu der Nazi Thematik möchte ich auf ein paar andere Artikel hier auf dem Blog verweisen u.a. Diskussion und Trennungsstrich oder Ist das Demokratie?. Ich hüte mich unter anderem davor jede_n einfach so als Nazi zu bezeichnen, im Moment äußern jedoch unwahrscheinlich viele Menschen Nationalsozialistische Gedanken und vor allem sind diese angehaucht mit völkischen und rassistischen Aussagen. Daher fällt es schwer zu differenzieren. Wenn du mir z.B. schreibst du bist Stolz auf Deutschland ist das für mich noch kein Grund dich als Nazi zu bezeichnen. Schreibst du jedoch du willst das deutsche Volk und dein Land vor Fremdeinflüssen und anderen Religionen schützen weil es DEIN Land ist werde ich die Worthülse mit hoher Wahrscheinlichkeit verwenden. Jemand der schlichtweg sagt er lehnt eine weitere Aufnahme von Flüchtlingen ab, würde ich ebenfalls noch nicht als Nazi bezeichnen. Ich möchte hier auch wirklich auf die Artikel hier auf dem Blog verweisen, denn ich finde ich habe häufig versucht zu differenzieren. Schick mal bitte einen Link zu dieser Umfrage, habe sie nicht gefunden.

      Ich werde die Tage noch versuchen deine weiteren Feststellungen und Fragen zu beantworten…!

      tbc

  2. und sind wir die einzigen die im (wie du sagst) „luxus“ leben (der auch egal was du dazu an argumenten bringst auch von unseren eltern und großeltern nach dem krieg erarbeitet wurde weil eben NICHT geflohen wurde!)
    oder gibt es nicht auch andere länder in der eu die das genauso machen könnten? warum nehmen die denn nicht so willkürlich jeden auf? auch alles nazis? ohne die worte „nazi“ und „hetze“ könnten viele gar nicht mehr ausdrücken was sie eigentlich sagen wollen 😉

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