Film – Text – Film – Text

Nun ja ich habe mich entschieden den Text noch zu schreiben und stelle meine persönliche Entspannung mal hinten an. Warum betone ich dies in letzter Zeit so? Ich finde, dass es wesentlich wichtiger ist aktiv für die Entwicklung, welche ein Prozess ist, unserer Gesellschaft etwas zu machen als ständig immer nur zu nörgeln und mit platten Parolen auf der Strasse zu stehen und gegen alles und jeden zu hetzen und Hass zu schüren. Wer mich kennt weiß auch das ich mein Bestmögliches gebe um tatsächlich Entwicklungsprozesse in Gang zu setzen. Wer mich nicht kennt, kann gern nachfragen. Aus Hass entstehen bekanntlich keine schönen Dinge, außer vielleicht wenn der Hass in Musik oder Kunst umgewandelt wird. Hatecore fällt mir da ein, aber bitte im Kontext von SFA und nicht im Kontext der Nazis die auch dieses Wort zur Beschreibung ihrer Musik verwenden. Nun bringt mich dies persönlich in einen Konflikt, denn heute war in Grimma Pegida und Legida zu Gast. Ohne Orgateam und Ordner konnte ich 27 Teilnehmer_innen sehen, drum herum standen noch die Nazis die Teil der NPD Märsche waren und wir, sowie Menschen wo ich jetzt nicht genau sagen kann ob sie dazu gehörten oder nur zufällig in der Innenstadt waren.

Als besonders geeignet zum Hass produzieren hatte sich der Redner „Graziani“ heraus gestellt. Eine lose Aneinanderreihung von Feststellungen und Parolen, gemischt mit Tatsachen die durchaus problematisch sind diese dann vorgetragen in einer derartig polemischen Art und Weise das einem irgendwie schlecht wurde beim zu hören. Ich nenne den Menschen jetzt mal Hetzer und vielleicht kann er ja noch eine NPD Karriere starten. Glaub die suchen gerade neues Personal. Was Markus Johnke von Legida genau erzählt hat kann ich nicht wirklich sagen, denn es waren irgendwie andere persönliche Gespräche interessanter, denn in einer Kleinstadt pflegt mensch ja auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und unterhält sich wenn mensch sich auf der Strasse oder dem Markt trifft, so am Freitagabend. Nachdem der Spaziergang mit dem LEGIDA Banner vorn dran beendet war redete noch der „Mann mit Hut“ auch Jörg Hoyer genannt, warum eigentlich „Mann mit Hut“ vielleicht ist das sein Alter Stasideckname? Er hatte keinen Hut auf! Bei ihm war durchaus eine gewisse Kompetenz erkennbar, zumindest scheint er viel Internetblogs zu lesen, jedoch reihte auch er quer durch Politik und Wirtschaft die unterschiedlichsten Fakten aneinander, über die mensch durchaus sprechen kann. Ich für meinen Teil finde dies aber mittlerweile wirklich zu anstrengend, da mache ich lieber etwas. Die Probleme, bezogen auf Bankensystem und Geldkreislauf, sehe ich auch, jedoch ist es fragwürdig dies auf eine Diskussionsebene mit der Asylthematik zu heben. Sicherlich bedingt der Kreislauf des einen, irgendwo auch das andere, aber dies gemeinsam zu betrachten ist erstens gefährlich und zweitens kann ich das Bankensystem dadurch nicht ändern und schaffe erst recht keinen menschlicheren Umgang mit den Flüchtlingen. Es wird quasi über die Politiker_innen und die Wirtschaft hergezogen, aber im Grunde sind sie es doch die daran etwas ändern können. 1989 wollten alle den Kapitalismus und eine Demokratie die nicht aus einer Einheitspartei besteht und nun ist die Demokratie auch nicht gut genug. Ist sie für mich auch nicht, aber deshalb habe ich mir meinen Weg gesucht damit klar zu kommen und mich einzubringen. Denn sonst würde ich ja jede Nacht frustriert im Bett liegen und könnte morgens nicht in den Spiegel schauen. Zu einem Handzahmen Mitläufer macht mich dies jedoch noch lange nicht, aber ich kann zumindest so versuchen die Konflikte in mir selbst zu minimieren. Der Kapitalismus hat die wunderbare Eigenschaft das ich mit meinem Kaufverhalten durchaus dazu beitragen kann das sich die Wirtschaft wandelt, also warum dann nicht die Energie darauf verwenden Menschen davon zu überzeugen eben keine Klamotten bei H&M zu kaufen, oder was weiß ich. Ich kann nicht über TTIP und Monsanto her ziehen und dann Abends zu MC Donalds gehen oder ständig bei Amazon bestellen, das passt doch alles nicht ganz. Es ist auch ein Widerspruch den Weltfrieden zu verlangen oder Kriege im Nahen Osten beenden zu wollen, gleichzeitig aber Mercedes fahren wollen und damit indirekt die Waffenindustrie unterstützen. Will ich also konsequent sein bleibt im Grunde nur die Möglichkeit in den Wald ziehen und absoluter Selbstversorger zu werden oder ich gehe Kompromisse ein und versuche an einem Punkt zu arbeiten und dort etwas zu verändern. Schaffe ich dies nicht, bleibt im Grunde nur die Aufklärung über bestimmte Themen und der Versuch Lösungsvorschläge oder Alternativen aufzuzeigen. Jetzt Frage ich direkt: Was sind eure Lösungsvorschläge? Denn als Aufklärungsveranstaltung war dies heute leider nicht zu sehen, denn wirklich aufgeklärt hat niemand sondern es wurden mehr oder weniger nur Feststellungen über den Markt gerufen.

Jetzt kommen wir aber zum eigentlich interessanten Punkt des heutigen Tages. Markus Johnke hat einen Schüler der Schüler_inneninitative St. Augustin denkt bunt ans Mikro geholt und dieser hatte dieses zusammenwerfen von unterschiedlichen Themenfelder kritisiert. Darauf hin kam jedoch keine wirkliche Antwort von Markus Johnke und es wurde auch nicht wirklich auf seine Aussage eingegangen. Als dann der Legida Trupp spazieren war hatten wir darüber nachgedacht uns einer Diskussion mit den GIDiAner_innen zu stellen. Ich muss durchaus sagen ich hätte dies interessant gefunden, zumal alle Redner_innen irgend etwas von Dialog erzählt haben und die Veranstalterin Marie S. dies auch am Mikro direkt auf mich bezogen hat, mittels namentlicher Erwähnung. Nun gut, da mir der Flyer vorlag hatte ich 15 Minuten Zeit mich kurz darauf vor zu bereiten und unter einer Moderation hätte ich das durchaus getan und mich öffentlich diesem Gespräch gestellt. Ich hatte im übrigen auf meinem Facebookpost gesagt das ich etwas zu diesem Flyer schreiben möchte. Ich habe ihn mir jetzt mal her genommen und die Themenfelder durchgezählt die es betreffen würde, es sind 17, dabei habe ich Dopplungen bereits heraus gelassen und teilweise gibt es auch noch Unterpunkte. 17 Themenbereiche auf nur einem Flyer aufzumachen, dabei Begrifflichkeiten verwenden die in einer Erläuterung erstmal definiert werden müssten ist eine Hammer Aufgabe. Auf das Positionspapier welches als Diskussionsgrundlage zu diesem Flyer dienen kann bin ich echt gespannt, das wird eine sehr interessante Lektüre. Sollte ich im Winter Zeit haben krame ich den Flyer heraus und nehme es noch einmal auf mich dazu etwas zu schreiben, ich denke aber nicht! Da ist mir das eingangs angesprochene „machen“ und „umsetzen“ viel zu wichtig geworden und diese Spaziergänge und NPD Aufmärsche rauben einem die Zeit dies zu tun! Deswegen lasse ich es jetzt hier auch weg, denn von 17 Punkten nur einen zu nehmen wär auch doof. Der Fakt so viele Punkte anzusprechen ist für mich schon absurd. Denn dies macht es unmöglich alles wirklich tief zu beleuchten. Drüber sprechen können wir, aber einzeln bitte. Aber zurück zum dem weiteren Verlauf. Ich hatte mich drauf vorbereitet etwas zu sagen und ggf. hätte der OBM auch den Moderator gemacht, denn den brauch es bei einem solchen Gespräch. Dazu sollte es aber nicht kommen denn während des Spazierganges hat sich Marie S. überlegt das sie uns von der Veranstaltung ausschließt und uns somit untersagt ist etwas zu sagen, ggf. auch am Mikrofon, also die Durchführung eines zuvor geforderten Dialoges. Dies wurde uns von der Polizei erklärt und wenn wir quasi etwas gesagt hätten, hätten sie uns vom Marktplatz schaffen müssen, damit hab ich ja nicht so die Besten Erfahrungen gemacht. Die Polizei hat dennoch in Grimma Platzverweise gegenüber Menschen erteilt die zum Markt wollten und einer gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Polizei und einem Zuhörer, nicht Versammlungsteilnehmer, gab es auch. Diese endete leider mit einigen Prellungen.

Einen Dialog fordern und uns dann von der Versammlung ausschliessen passt nicht so ganz zusammen, aber scheinbar ist es nicht erwünscht eine Medien und Schulbuchmanipulierte sowie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Meinung oder Kritik zu äußern. Eine These ist nur dann eine These und wird zu einem Fakt wenn sie es schafft sich den Diskussionen in sämtliche Richtungen stellen zu können und dieser Diskussion auch Stand hält. Ansonsten ist es doch wohl eher eine Phrase, behaupte ich also etwas dann sollte ich mich auch der Gegenteiligen Meinung stellen können. Weiterhin hat ein älterer Herr einen Zettel verteilt wo angebliche Wahrheiten nachprüfbar sind. In dem Moment wo ich Hooten Plan, Vermischung der Rassen ist gezielt Strategie… gelesen hab, war mir schon bewusst das dort irgendwie der Realitätsbezug fehlt. Denn Rassen gibt es nun mal nicht und die bräuchte es aber für den Hooten Plan und eine angebliche Vermischung. Als dann aber auch noch das Demogeld für Antifas aufgelistet wird muss ich sagen, Respekt für derartige Naivität und nein danke ich lehne ein Gespräch ab zu diesen Themen. Ich wär aus den 00er Jahren als gemachter Mensch mit gutem Einkommen heraus gegangen und hätte die letzten Wochenenden auch recht gut dazu verdient, unter uns, heute gab es 40 EUR pro Stunde! Letztens bei der NPD haben wir nur 20 bekommen!

Ich habe jetzt wieder Zeit investiert diesen Beitrag zu schreiben, weil es einfach wichtig ist und ich bestimmte Dinge wichtig finde für unser Gesellschaft und insbesondere wenn sie in Grimma geäußert werden. Dazu gehört für mich eben auch hetzerische Parolen nicht unkommentiert im Raum stehen zu lassen.

ANOTHER WORLD IS POSSIBLE…!

Wenn wir es vorleben und eine andere Welt wie sie uns schöner erscheint entwickeln und das vor Ort wo wir sind und nicht einfach immer nur meckern, motzen und nörgeln…!

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