Diskussion und Trennungsstrich

Dieser Artikel, bzw. Beitrag soll dazu dienen eine Grundlage für eine kommunale Diskussion zu schaffen und für mich persönlich stellt sie einen Trennungsstrich dar. Da ich mich persönlich bei bestimmten Themen positionieren möchte und es leider durch Außenstehende vermischt wird. Somit möchte ich mir selbst eine Grundlage schaffen dies besser zu erklären.

Dazu habe ich heute einen Facebookbeitrag geschrieben, diesen findet ihr HIER. Da jedoch auf Facebook ordentlich Diskussionen eher nicht möglich sind, möchte ich den Beitrag hier noch einmal veröffentlichen und Menschen dazu animieren ihre Beiträge als Kommentare unter diesem Beitrag zu verfassen. Lange Rede kurzer Sinn. Hier der Beitragstext, mit kleinen Änderungen gegenüber Facebook!

Gestern Nacht und heute Morgen hat mich die Frage beschäftigt wie wir gemeinsam eine Möglichkeit entwickeln können um hier in Grimma wenigstens halbwegs miteinander klar zu kommen.

Warum beziehe ich mich so konkret auf Grimma?

Im Grunde ist dies ganz einfach, dies ist der Raum und Rahmen wo ich ggf. etwas ändern und überhaupt etwas machen kann was über das skandieren von Parolen auf der Straße hinaus geht. Bevor ich meine Überlegungen jedoch kundtun möchte, kurz eine Abgrenzung zu Menschen die Nationalsozialistisch, Menschenfeindlich, Rassistisch und Extremistisch eingestellt sind. Was für mich extremistisch bedeutet findet ihr hier: Ist das Demokratie?, aber auch in vielen anderen Artikeln hier auf dem Blog. Ich möchte auch noch einmal klar meine Grundüberzeugung niederschreiben, wer dazu Erläuterungen sucht und wie ich für mich diese Punkte definiere stöbere einfach ein bisschen auf meinem Blog herum und kann dort gern die Kommentarfunktion nutzen um Rückfragen zu stellen. Ich besitze absolut kein Recht dort einen Anspruch auf Deutungshoheit zu beanspruchen, aber ich habe versucht mir Gedanken zu machen um diesen Standpunkt reflektiert zu vertreten. Ich vertrete deshalb in erster Linie eine humanistische Grundüberzeugung, welche sich aus meine christlichen Erziehung gebildet hat. Weiterhin bin ich überzeugter Antifaschist, da ich Faschismus und Totalitäre Systeme ablehne und diese Einstellung würde ich als Radikal bezeichnen, da ich an diesem Punkt auch nicht Kompromissbereit bin was die gesellschaftliche Ordnung durch eine Staatsdoktrin betrifft. Dies wirkt sich dann halt deutlich auf meine Einstellung gegenüber Menschen aus die eine Nationalsozialistische, völkische Ordnung favorisieren. Zu guter Letzt ergibt sich daraus der Traum von einer anarchistischen Gesellschaft. Diese Utopie, ist eine Utopie da ihre Praxis nicht klar ist. Ich für mich verfolge hier die Theorie eine basisdemokratische machtfreie Gesellschaft, die über sämtliche Dinge reden kann, zu haben ohne sich an die Kehle zu springen und in der Lage ist Kompromisse zu finden. Auch dazu ausführlicher auf dem Blog. Diese Interpretation durch mich deshalb, weil ich dies auch praktisch innerhalb des existenten Systems anstreben und anwenden kann.

Kommen wir aber zu den Möglichkeiten. Eine Kleinstadt wie Grimma bietet halbwegs noch die Möglichkeit mit Menschen zu sprechen die auch Gesprächsbereit sind. In erster Linie ist hier natürlich wichtig das sie die existente Aufgabenstellung, hier: Neubau Asylbewerber_innenheim in Grimma auch tatsächlich betrifft. Einen Leipziger Stadtrat der NPD oder Legida Organisator der nicht in Grimma wohnt betrifft es in diesem Fall nun mal nicht! Ich habe mich vor Jahren (im Nachgang zum G8 Gipfel in Heiligendamm) dazu entschieden mein Aktionsfeld abzustecken, auf den Bereich wo ich auch tatsächlich agieren kann. Dies ist nun mal Regional und nicht auf Bundes, Europa oder Weltpolitischer Ebene. Deshalb treibt mich der Gedanke um, wie hier auf kommunaler Ebene weiter gemacht werden kann. Ich sehe hier für mich die Möglichkeit, gemeinsam mit den hier lebenden Menschen mich an einen Tisch zu setzen und mit Ihnen darüber zu sprechen, was sind ihre Ängste warum und wieso sind sie gegen einen Neubau, und und und! Die Fragen warum, wieso und ob überhaupt Flüchtlinge nach Deutschland kommen, betrifft die regionale Ebene nicht im Geringsten, dies ist kein regionales Aktionsfeld, also können wir dies, im direkten Gespräch, außen vor lassen und uns auf das wesentliche beschränken. Was nicht bedeuten soll, dass eine Information diesbezüglich nicht wichtig ist, denn nur durch die globalen Zusammenhänge lässt sich das kleinteilige, kommunale angehen. Das wesentliche ist das WIE und vor allem die Gestaltungsmöglichkeiten, vielleicht ein Kompromiss mit dem, kommunal, alle, oder die meisten, leben können! Ein Grundsätzliches NEIN, und alle raus, steht da nicht auf dem Programm. Auch kann vor Ort nicht geklärt werden wer ist ein anerkannter Flüchtling und und und…! Kein kommunales Aktionsfeld!

Falls ihr es noch nicht bemerkt habt, versuche ich hier gerade einen Trennungsstrich zu ziehen, denn ich bin mir bewusst das viele Menschen Vorurteile und Ängste haben, die habe ich auch und zwar vor Nazi´s die mir aufs Maul hauen wollen, vor Menschen die dem gnadenlosen Drogenwahn verfallen sind und nichts mehr checken, ich habe Angst vor Einbrüchen und Vandalismus (dabei ist mir völlig schnurz welche Hautfarbe, Herkunft, Überzeugung what ever oder welches Drogenproblem derjenige hat). Deshalb möchte ich diese Grenze ziehen zwischen den Gegner_innengruppierungen. Wer zum einen tatsächlich Lösungsorientiert für die kommunale Ebene reden möchte ist gern gesehen und ich bin absolut Gesprächsbereit, da finden sich Möglichkeiten. Wer polemisch und völlig Realitätsfern diskutieren möchte und Bundes- oder Europapolitsche Themen erörtern will, da bin ich nicht der richtige Ansprechpartner und nicht Gesprächsbereit! Das wichtigste aber ist wer sich dazu bekennt Rassistisch, Menschenfeindlich und Nationalsozialistisch zu argumentieren und sich über demokratische Grundsätze hinwegsetzen will dort endet meine Gesprächsbereitschaft. Denn genau an diesem Punkt bin ich zu sehr Antifaschist (Totalitäre Systeme gab es, entstehend aus Diktaturen diese wurden aus Faschistischen Systemen akquiriert. Dabei ist ebenfalls völlig schnurz ob dies ein staatlich verordneter Nationalsozialismus ist, oder ein Staatskommunismus – dies führt für den Beitrag zu weit, denn ein Sozialismus oder ein Kommunismus muss jetzt nicht zwingend schlecht sein, ebenso wie ein Kapitalismus nicht zwingend schlecht sein muss) und weiterhin hab ich dort zu sehr die Utopie im Kopf das Menschen auch ohne Staatsgrenzen wunderbar zusammen leben können!

Another world is possible!

Euer Pudding

Ein Gedanke zu „Diskussion und Trennungsstrich“

  1. Auf Facebook hatte ich einem Bürger aus Grimma, Jürgen Mödebeck sein Name, angeboten seinen Vorschlag zur regionalen Lösung im Bezug auf das Thema Neubau Asylbewerber_innen in Grimma, angeboten dies hier zu veröffentlichen. Herr Mödebeck zieht es jedoch seit mehreren Tagen vor verschiedene Posts und Kommentare auf unterschiedlichen Facebookseiten und innerhalb unterschiedlichster Beiträge zu machen. Dort wird dann einfach alles vermischt und eine Diskussion ist nahezu unmöglich. Ich habe mir deshalb einfacch mal gedacht ich eröffne die Kommentare hier auf der Seite indem ich in diesem Kommentar den Vorschlag von Herrn Mödebeck hinein schreibe. Da er es öffentlich auf Facebook gepostet hat dürfte dies auch kein Problem darstellen.

    Hier nun der Beitrag von Herrn Mödebeck auf der Seite der Stadt Grimma vom 04.08.2015

    Liebe Stadt Grimma

    Wie auch an mir, einem wählendem, mündigem, eine eigene Meinung vertretendem Bewohner dieser Stadt ist es auch an mir nicht vorbeigegangen, dass jetzt im August scheinbar ein konkreter Vorschlag vorliegen wird für den Neubau eines *Asylantenheimes* und/ oder die Verlegung des Vorhandenen auf das ehemalige Massagelände in Grimma Süd.

    Ich denke ich gehe recht in der Annahme, so zumindest habe ich es herausgelesen, dass dieses Geländer erst verkauft werden soll um dann wieder von der Stadt zum Zwecke eines Asylantenheimes gepachtet werden solle. Schon ein Irrsinn schlecht hin in meinen Augen. Wozu verkauf ich denn erst um es dann wieder mit Steuergeldern zu pachten? Ohhh ich vergaß wohl – es ist ja das Geld anderer Leute.

    Gut ich bin vom Thema abgeschweift. Entschuldigung.

    Ich habe mir dann ein wenig die Freiheit genommen und bin ein wenig umher gefahren um unsere Stadt mit all ihren Ortschaften etwas genauer kennenzulernen. Gott – warum muss denn Grimma so groß sein?

    Und nun freue ich mich wirklich unserem Bürgermeister, der allseits beliebt für seine Schäfchen sorgt ein tolles beschauliches Plätzchen für die ankommenden und wirklich traumatisierten Kriegsflüchtlinge zu präsentieren. Es ist ein Plätzchen an dem wirklich ein Kriegstrauma entgegengewirkt werden kann und sich nicht durch ein Plattenbautrauma ersetzt oder gar verstärkt wird. Ein Plätzchen, welches sich bereits (meines Wissens nach) in privater Hand befindet, der Eigentümer sicherlich auch beim Umbau und Neubau finanziell unterstützt wird und die Stadt Grimma ohne Verkaufs-, Notar- und Anwaltskosten etc. gleich ins städtische Pachtsäckel greifen kann um bunt zu zeigen, wie wichtig ihr als Stadt und natürlich auch dem Bürgermeister die Problematik der Asylbewerber und Flüchtlinge ist.

    Lieber Herr Berger, liebe Stadt Grimma.
    Gibt es wirklich ein besseres idyllischeres Plätzchen als die ehemalige LAMA-RANGE am Thümmlitzsee bei Kössern/Förstgen? Ein See, friedliche Wälder, blühende grüne Wiesen, bereits erschlossenes Land und lediglich ein paar Wochenendgrundstücke rings herum. Erholung pur und eines der besten Plätze um Asylanten bzw. Flüchtlingen eine Integration bzw. Migration in unser heimisches demokratisches und soziales System zu erleichtern und eben wie schon angemerkt, das Kriegstrauma sicher schnell vergessen lassen.

    Auch haben Sie Herr Berger dann die Möglichkeit, nach ihrer täglichen Tätigkeit, im Heim direkt und leibhaftig zu helfen um natürlich live mitzuerleben, wie fruchtbar ihre Bemühungen sind hilfebedürftigen Menschen ein warmes zu Hause zu geben. Unterstützung finden Sie sicherlich für dieses Projekt bei ihren toleranten Mitstreitern im Stadthaus.

    Ist das nicht ein wirklich toller Vorschlag?

    Da ich dies nicht so unkommentiert auf Facebook, und noch auf der Seite der Stadt Grimma, stehen lassen wollte. Postete ich am 05.08.2015 folgenden Kommentar:

    Lieber Jürgen Mödebeck, es ist immer schön Kommentare von ihnen zu lesen. Ich habe erst überlegt unter einem der Kommentare zu antworten, aber ihr Spezialgebiet scheint ja nicht zu sein auf konkrete Fragen, konkrete Antworten zu geben. Gegen Ihren Vorschlag wäre ja fast nichts einzuwenden, wäre da nicht ein fehlendes Verkehrskonzept, jedoch verkennen sie die Hintergründe warum es Sinn macht den Neubau des Heimes nicht in einem der Ortsteile sondern in der Kernstadt zu favorisieren. (ich würde auf jeden Fall mit hinziehen wenn es einen halbstündigen Busverkehr zwischen Grimma und dem Thümmlitzsee gäbe und dies das ganze Jahr und mind. von früh 6 Uhr bis Nachts 2 Uhr oder so) Dabei spielen Punkte der Integration eine große Rolle, mitten im Wald lässt sich Integration schwer durchführen (dies ist mit Bahren schon bescheiden). Weiterhin, wie eben schon angesprochen die Thematik der Verkehrsanbindung, dies erschwert auch Soziale Betreuung, aber dies scheint ihnen als Autofahrer wahrscheinlich nicht bewusst zu sein. Für mich ist es ein Kraftakt nach Borna zu kommen, da ich kein Auto habe, dies trifft dann auch für die Menschen mit Migrationshintergrund zu. Wenn mensch den Luxus der Mobilität geniessen kann lässt sich derartiges schnell sagen. Weiterhin wollte ich sie dringend bitten sich über die Konstrukte und Systeme der Asylpolitik und vor allem der Zuständigkeiten (Bund, Land, Kreis, Stadt) informieren. Dies ist schwierig es immer und immer wieder zu erläutern und entschuldigen sie die Behauptung, aber ich glaube nicht das sie dies ernsthaft getan haben. Eine weitere Behauptung ist die, das sie sich wahrscheinlich zum ersten mal mit dem Thema Asyl auseinander gesetzt haben als es hiess es solle ein Ersatzneubau in Grimma stattfinden. Ich treffe daraus die Schlussfolgerung fehlender Empathie gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund und vor allem die gegenüber Menschen die sich seit Jahren mit dem Thema auseinander setzen und sich ehrenamtlich in diesem Bereich engagieren.! Sie treten verdammt vielen Menschen mit ihren Aussagen in den A… die sich seit Jahren in Grimma und im Landkreis den A… aufreisen das sich Umstände verbessern und eine Integration stattfinden kann…! So far!

    Eine Antwort auf meine Argumente kam nicht und zusätzlich habe ich Herrn Mödebeck angeboten seine Diskussion hier her zu verlagern, aber scheinbar war dies nicht sein Anliegen. Genau ist bisher noch nicht klar was tatsächlich sein Anliegen ist. Will er polemisieren und sinnfreien und nicht haltbaren Stuss im Internet verbreiten oder ist er tatsächlich daran interessiert eine Lösung für den Neubau anzustreben mit welcher ein Großteil der Grimmaer_innen leben kann.

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