Intergenerationelles Arbeiten in der Skateboardkultur

Dieser Text war eine Belegarbeit innerhalb meines Studiums und behandelt die Möglichkeit der Intergenerationellen Kulturarbeit innerhalb der Skateboarding-Szene-Kultur. Hier werden Thesen bearbeitet und aufgestellt. Leider gibt es zu diesem Thema nur einen Wissenschaftlichen Aufsatz welcher eine Grundlage bieten konnte. Diesen habe ich auch versucht in der Arbeit zu verwenden und er ist in den Quellenangaben verzeichnet.

0 Einführung

0.1 Einleitung

Als Thema für meine Belegarbeit habe ich ein noch weitgehend unbeachtetes Thema gewählt, da ich es sehr interessant finde dies einmal zu beleuchten und mich über eine Belegarbeit diesem Aspekt der Sozialen Arbeit zu nähern. Ich kann deshalb nicht umfassend auf Literatur zu greifen um Zusammenhänge zu erarbeiten sondern versuche mir diese Zusammenhänge selbst zu konstruieren um damit einen Beitrag zur Sozialen Intergenerationellen Arbeit zu leisten.

Ich möchte sehr gern eine losgelöste Jugendkultur betrachten welche sich nachweislich mit Höhen und Tiefen durch mehrere Generationen zieht und mittlerweile können wir in dieser Kultur einen Generationen übergreifenden Aspekt betrachten welcher uns sehr viel über Intergenerative Arbeit verraten wird.

Betrachten möchte ich in dieser Arbeit den Aspekt der Intergenerationellen Kulturarbeit innerhalb der Skateboard Kultur, da mir dieser sehr viel über gegenseitigen Respekt und Achtung von Alten Menschen verdeutlicht hat

0.2 Kultur, Jugendkultur, Subkultur und Szene

Da es sich bei der vorliegenden Arbeit lediglich um einen Beleg handelt beziehe ich mich bei den Definitionen teilweise auf Wikipedia, eine genauere Erklärung und Erläuterung wäre selbstverständlich von Vorteil und wünschenswert, allerdings lässt dies der Umfang der Arbeit nicht zu. Ich werde mich bemühen soweit wie möglich auf Quellen zum weiterlesen und zum genaueren betrachten hinzuweisen.

0.2.1 Kultur

Nach Wikipedia (1) beschreibt die Kultur im Bezug auf den Menschen im weitesten Sinn alles was der Mensch selbst gestaltend hervor bringt. Dies macht den Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und, eigentlich, nicht veränderbaren (dies ist nach heutigen Gesichtspunkten relativ, denn es kann nachgewiesen werden das der Mensch schon sehr oft in die Natur veränderlich, meist im negativen Sinn, eingegriffen hat und dies ständig durch sein Verhalten tut) Natur. Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Material, wie in der Technik oder der Kunst, aber auch geistige Gebilde wie Recht, Moral, Religion, Wirtschaft und Wissenschaft können als Kultur bezeichnet werden.

0.2.2 Jugendkultur

Es wäre gefährlich von „DER“ Jugendkultur zu sprechen denn diese gibt es nicht, da die existente Jugendkultur immer von der Erwachsenkultur und Gesellschaftspolitische Aspekten abhängig und beeinflusst ist. Seit vielen Jahren wird versucht Merkmale für eine Jugendkultur heraus zu filtern, dies gelingt mal gut mal empfinde ich persönlich diese Versuche als kläglich gescheiter. Wenn der Mensch sich mit dem Thema der Jugendkultur beschäftigt stolpert er/sie immer wieder über den Namen Gustav Wyneken (1875 – 1964), dieser Pädagoge hat in einmal gesagt: „Jugend kann sich nicht in der bürgerlichen Familie entfalten, da bleibt sie immer unselbständiges Anhängsel der Erwachsenen, nach den Interessen der Erwachsenen behandelt und geformt. Jugend müsste ein Jugendreich, eine Pflanz- und Freistätte haben, um wirklich Jugend zu sein.“ (2) Als Jugendkultur könnten wir nun die Gesamtheit der kulturellen Aktivitäten von Jugendlichen bezeichnen (3) um diese festzuhalten spricht die Wissenschaft häufig auch von Jugendsubkulturen denn die Unterschiede einzelner Peers auf eine Generation betrachtet sind sehr gravierend. Faszinierend hierbei ist das eine Jugendkultur für sich betrachtet Generationsübergreifende Aspekte aufweist, dazu werde ich aber später noch einmal eingehen. Ein Beispiel möchte ich an dieser Stelle jedoch schon einmal aufzeigen und benennen. Punk entstand Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre, hat selbst heute viele Punksubkulturen und wenn wir bedenken das die Ersten Jugendlichen der Punkkultur heute 60 Jahre und älter sind können wir durchaus von einer Generationsübergreifenden Jugendkultur sprechen.

0.2.3 Jugendsubkultur

Subkultur oder „Unterkultur“ wird seit den 1940er Jahren als Begriff in der Soziologie verwendet und bezeichnet eine Gruppe von Akteuren innerhalb einer Kultur, häufig auch eine Gegenkultur welche sich deutlich von der „Mainstreamkultur“ abgrenzt und abhebt. (4) Da dies für so ziemlich alle Jugendkulturen im direkten vergleich mit der Erwachsenenkultur zutrifft werden wir schnell feststellen das wir uns hier in einem Definitionschaos bewegen welches im Grunde auch nicht entschlüsselt werden muss, da wir zur Beschreibung und Erklärung diese Definition meist nur brauchen weil es uns vorgegeben wird sie zu erläutern. Es ist oftmals sehr schwierig aufgrund von bestimmten Vorgaben in diesem Bereich etwas zu definieren da sich die „Jugendsubkulturen“ mit jeder heranwachsenden Generation erneut verändern. Nach Robert R. Bell (5) bezeichnet die Jugendsubkultur eine Teilkultur damit könnten wir jetzt die Jugendlichen innerhalb der der Gesamtgesellschaftlichen Kultur oder einzelne Jugendlichen innerhalb der Kulturen der Jugendlichen bezeichnen. Wenn wir hier noch tiefer einsteigen sehen wir später gar nicht mehr durch. Hierzu muss noch viel geschrieben und geklärt werden, denn wirkliche Definitionen dazu gibt es nicht von vielen Menschen und dies würde schnell zu einer Einseitigen Betrachtung führen.

0.2.4 Szene

„Eine Szene ist ein soziales Netzwerk, das durch gemeinsame Interessen, Überzeugungen, Vorlieben oder Geschmäcker von Menschen verdichtet ist.“ (6)

Oft sprechen wir um die Unterschiede unter den Jugendlichen zu verdeutlichen von verschiedenen Szenen, damit können wir auch im Zusammenhang mit Intergenerationellen Kulturarbeit besser arbeiten und verstricken uns nicht in den Definitionen und die diffusen Darstellungen bezüglich Jugendsubkultur und Jugendkultur.

1 Skateboarding

1.1 Definition (7)

„Fußgänger rufen manchmal: „Das ist kein Spielplatz!“ wenn man auf öffentlichen Plätzen fährt. … Eigentlich sollte man aber sagen: „Die Welt ist ein Spielplatz, und ich sehe sie mit den Augen eines Kindes. Das ist das Geheimnis von Skateboarding.“ Wer das begreift, ist der Sache ein gutes Stück näher gekommen.“ (8)

Skateboarding an sich können wir als eine Art Evolution bezeichnen, die damit begann das in den 1950er Jahren Jugendliche die Rollen ihrer alten Rollschuhe an Bretter schraubten und begannen sich damit fort zu bewegen. Eng verknüpft mit dem Surfen entstand diese Kultur in Californien. Die Kultur des Skateboarding´s erlebte Höhen und Tiefen, machte Quantensprünge und stagnierte. Durchlebte den Mainstream, wurde kommerzialisiert und existierte stets im Untergrund. Wurde dominiert von verschiedenen anderen Jugendkulturen wie dem Punk, dem Hip Hop oder heutzutage teilweise von Hippstern. Grundsätzlich wird jedoch durch das Skateboard nicht mehr nutzbarer Raum, weil er der Urbanisierung (9) zum Opfer gefallen ist, ein Spielplatz für Jung und Alt und zieht sich nun schon seit gut 60 Jahren durch unsere Kultur(-en).

1.2 Warum diese Kultur?

In den vergangenen Monaten betrieb ich sehr intensive Recherchen zum Thema Jugendkultur und vor allem zu den unterschiedlichsten Jugendkulturen. Neben den großen Musikalisch beeinflussten Szenen des Punk, Techno und Hip Hop fesselte mich keine so wie die des Skateboardings. Dies hat zwei verschiedene Gründe. Der Erste Grund bezieht sich darauf das die Kultur des Skateboardings nicht in Hunderte andere Unterkulturen und Genreaufsplittungen zu unterteilen geht, denn das Grundmerkmal ist immer das rollen und dies hat sich seit den 1950er Jahren nicht geändert sondern nur weiterentwickelt. Das interessanteste und damit der Zweite Grund ist der innerhalb der Kultur existente Respekt und dieser existiert in keiner anderen Szene/Jugendkultur so stark wie unter den Skateboardfahrer_innen und dieser Grund macht das Thema so interessant um es mit einem Intergenerativen Aspekt zu beleuchten. Dr. Hubertus Schröer macht in seinem Aufsatz „Miteinander sprechen – Dialog zwischen Generationen und Kulturen“ (10) ein paar Punkte fest an welchen wir das Intergenerationelle Arbeiten abhandeln und überprüfen können. Beim mehrmaligen lesen dieses Aufsatzes wurde mir sehr deutlich das genau diese Punkte welche Intergenerationelles Arbeiten häufig erschweren in der Kultur des Skateboard fahrens so überhaupt nicht zu treffen und das wir mit Gedankenansätzen zu diesem Thema vielleicht wichtige hemmende Prozesse überwinden können. Einzig und allein entschied ich mich für dieses eher Abstrakt wirkende Themenfeld.

2 Intergenerationeller Zusammenhang

2.1 Problematik

Grundlage für diese Zusammenhänge bildet der in Fussnote 10 benannte Text von Dr. Hubertus Schröer von 2007. Eine entscheidende Erkenntnis beim erarbeiten des Textes war das häufig versucht wird Generationsbedingte Unterschiede mit Macht auszugleichen und diese Macht wird oftmals mit dem sogenannten Totschlagargument „Komm erst einmal in mein Alter“ ausgeübt und dies macht es uns allen sehr schwer effektiv Intergenerationelle Kulturarbeit zu leisten und durchzuführen. Durch einen Blick auf die Skateboardkultur erschlossen sich mir jedoch einige Interessante Punkte wie wir genau diesen Machtaspekt umgehen und in unsere Arbeit mit einbeziehen können. Schröer macht die Intergenerationelle Arbeit an verschiedenen Prinzipien fest. Diese sind Anerkennung, Integration, Vertrauen, Aushandlung, Gemeinsamkeit und Befähigung (11). Des weiteren benennt Schröer in seinem Text Komponenten für intergenerationelle Kommunikationsfähigkeit. Diese sind Affektive Komponenten, das Wissen über Kultur und Kommunikation und Alter spezifisches Wissen (12). In den folgenden Punkten möchte ich auf diese einzelnen Komponenten Bezug nehmen und Verbindungen für die Alltägliche Intergenerationelle Arbeit herstellen.

2.2 Konstruktion möglicher Verbindungen

In den von Schröer benannten Prinzipien finden wir als erstes die Anerkennung und um diese dreht es sich auch sehr stark denn durch die Anerkennung eignet sich das Beispiel des Skateboardings sehr gut um Intergenerationell zu arbeiten. Honneth beschreibt den „Kampf um Anerkennung“ als lebenslangen Kampf welcher stark durch eine wechselseitige Beziehung bestimmt ist. Nehmen wir nun verschiedene Generationen von SkaterInnen so gibt es grundsätzlich ein sich durch die Generationen ziehendes Respektverhalten. Die alten werden nicht ausgelacht oder spöttisch beäugt sondern ihnen wird Respekt und Anerkennung entgegen gebracht. Die einzelnen Leistungen in den verschiedenen Generationen waren immer unterschiedlich da das Skateboarding auch ein sehr von Höhen und Tiefen bestimmter Sport und eine Jugendkultur war und ist. Allerdings ist sich jedeR SkaterIn bewusst wie schwer der ein oder andere Trick ist und was dazu gehört diesen zu stehen und so kommt es automatisch zu einem respektvollen Verhältnis der SkaterInnen untereinander. Innerhalb der Skateboardkultur haben auch Ältere Menschen kein Problem damit sich von jüngeren etwas zeigen zu lassen und selbstverständlich auch anders herum. Das „Voneinander lernen“ steht in der Skateboardkultur sehr weit oben und ist unumgänglich. Denn schon alleine durch das gemeinsame fahren entwickeln sich diverse Dynamiken wie, „ich will das auch können…“! Oftmals konnte ich auch schon selbst feststellen wie interessant es mitzuerleben ist, das junge Menschen den Älteren Respekt und Anerkennung schenken aufgrund der Tatsache und des Wissens über die schwierigen Situation in er Vergangenheit. Verbot des Skateboardfahrens in den 1960iger Jahren in den USA, keine Materialien zum Bau in der ehem. DDR das Fehlen von Parks und Anlagen zum fahren, und und … (13). Aus diesem Wissen ergibt sich ein Interesse an den Älteren Menschen der Szene und oftmals fungieren Sie innerhalb der Szene als Vorbilder für die Jungen Menschen.
Schröer spricht weiter von Integration, dieser Punkt kann fast gänzlich vernachlässigt werden denn in dem Moment wo das Skateboard benutzt wird gehört der oder diejenige dazu und ist integriert. Das Geschlechterthema ist allerdings auch in der Skateboardszene ein Problem, allerdings handelt es sich hier ebenfalls um eine Reflektion der Gesamtgesellschaftlichen Aufgabe/Problematik, welche es nichts desto trotz zu bearbeiten gilt. Integration passiert in der Szene über das Rollen an sich und muss nicht explizit verlangt und bearbeitet werden. Das Vertrauen zwischen Jung und Alt und das anderorts existente Machtgefälle kann innerhalb der Skateboardkultur nicht beobachtet werden, da es über Jahrzehnte hinweg klare Regeln und ungeschriebene Gesetze gibt an die sich vom 10 – 50 Jährigen alle halten. Durch die Definierung gemeinsamer Ziele, wie die Entwicklung eines Skateparks, ist es auch sehr gut möglich das Junge und Alte Menschen Hand in Hand zusammen arbeiten und die Jungen von den Alten lernen und umgekehrt die Alten von den Jungen. Diese Tatsachen lassen Szeneintern unwahrscheinlich viele Gemeinsamkeiten erkennen und beruhen auf der Tatsache des gegenseitigen Respektes den ein junger Mensch einem Älteren und ein älterer Mensch einem Jungen entgegen bringt. Der Respekt ist für die Intergenerative Arbeit hier der Schlüssel zu einer guten Generationsübergreifenden Arbeit. Respekt definiert sich hier nicht über das Alter sondern, über das stehen eines Tricks, über den Gesamtgesellschaftlichen Kontext in welchem ein Mensch gerollt ist. Ein Älterer Mensch zeigt einem Jungen Menschen sein Respekt wenn dieser einen Trick steht den er selbst wahrscheinlich nicht mehr stehen würde und lobt ihn dafür, er besitzt das Wissen welches ihm sagt wie kompliziert es ist „diesen“ Trick zu stehen. Der Jüngere zeigt dem Älteren vielleicht seinen Respekt indem er ihn fragt wie es in den 1980er oder noch früher war mit dem Skateboard fahren, er hört ihm zu wenn der Ältere Skateboarder_in ihm erzählt wie schwer es damals war in Deutschland und besonders in der ehem. DDR an Boards, Rollen und Achsen zu kommen. Es wird sich innerhalb der Szene respektiert und geachtet, unabhängig des Alters und sonstiger Merkmale die Menschen gern zur Kategorisierung untereinander nutzen. Stehen die Menschen zusammen auf einem Brett hat Integration und Intergenerationelle Arbeit stattgefunden. Vielleicht benötigen wir in 30 Jahren auch mal in der Nähe eines Altersheimes eine Miniramp, wobei ich nicht glaube das ein Mensch der sein Freiheitsgefühl über ein Brett mit 4 Rollen definiert hat sich bei vollem Bewusstsein in ein Altersheim schaffen lässt!

Schröer spricht in seinem Text sehr häufig von den Unterschieden innerhalb der Kommunikation zwischen Jung und Alt und von spezifischem Wissen innerhalb der Generationen. Dieses Generationsspezifische Wissen existiert Szeneintern über Altersgrenzen hinweg, ein 50 jährigeR SkaterIn kann sich mit eine_m 15 jährigen SkaterIn auf die gleiche Kommunikationsebene begeben, sie können über Tricks und Fachbegriffe philosophieren und es passiert so ein Austausch über Altersgrenzen hinweg. Das Grundwissen der Szene ist über die Generationen hinweg ähnlich geblieben, wie überall wurde es in den meisten Fällen nur besser, schneller, leichter und Tricks extremer. Die Basis für jeden Trick bildet dennoch seit den 1970er Jahren der „Olli“ und die noch größere Basis das Surfen und ein Brett mit Rollen. Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten, fällt es leicht sich untereinander auszutauschen und zu unterhalten, auch wenn 30 und mehr Jahre zwischen den Kommunikationspartner_innen liegen. Häufig mach ich selbst sogar die Erfahrung das ich sofort mit Jugendlichen auf einer „Wellenlänge“ bin und bei Ihnen als „cool“ zähle wenn ich auf einem Brett stehe. Ich bin mit meinen 30 Jahren 15 Jahre älter als der durchschnittliche Skater/Skaterin und damit für „Ihren“ Sport alt und eigentlich nicht mehr cool. Wenn ich aber auf einem Skateboard oder Longboard stehe werde ich allerdings akzeptiert. Besonders krass fällt das auf wenn ich zusammen mit Leuten in den Skatepark gehe die Älter oder genau so Alt sind wie ich. Akzeptiert werden von den Jugendlichen die welche Skateboard fahren. Im Fazit möchte ich auf diesen Punkt noch einmal kurz eingehen und vielleicht den ein oder anderen Schluss daraus ziehen.

3 Fazit

Skateboarding können wir mittlerweile als eine eigenständige Kultur und eine Szene bezeichnen. Gerollt wird seit den 1950er Jahren, mal Kommerziell in der Öffentlichkeit mal im Untergrund als Subkultur, aber es war immer irgendwie da. Mal fuhren hauptsächlich die Punks Skateboard mal waren es eher die HipHop´er. Die innerhalb der Szene und der Kultur existente Respekt und die Gegenseitige Akzeptanz führen mittlerweile dazu das Ältere Menschen Jüngeren zeigen wie eine Rampe gebaut wird und die älteren freuen sich wenn die Jüngeren wieder einen noch krasseren Trick auf dieser Rampe stehen. Szene und Kulturintern können wir ganz andere Ansätze für die Intergenerationelle Arbeit finden und umsetzen als wenn wir krampfhaft versuchen über diese Grenzen zu gehen. Vielleicht könnte dies in Zukunft eine neue Form von Intergenerationeller Kulturarbeit sein. Denn ich konnte in meiner bisherigen Arbeit sehr häufig feststellen, das Junge Menschen durchaus Interesse an den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Älteren Menschen haben und die Älteren Menschen erfreuen sich an der Risikobereitschaft der Jüngeren wenn sie ihnen beim fahren zusehen. Diese Ansätze können weiter verfolgt und ausgebaut werden, jedoch ist häufig das Interesse an dem Gegenüber der Schlüssel zum Erfolg, wie es auch bereits Schröer in seinen Ausführungen schrieb.

1 http://de.wikipedia.org/wiki/Kultur Stand: 29.08.2012
2 Wyneken, 1913
3 http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendkultur Stand: 29.08.2012
4 http://de.wikipedia.org/wiki/Subkultur Stand:29.08.2012
5 Soziologe und Autor
6 http://de.wikipedia.org/wiki/Szene_%28Volkskunde%29 Stand: 29.08.2012
7 Innerhalb dieser Belegarbeit nicht möglich. Auf Nachfrage kann eine Ausführliche Erläuterung
nachgereicht werden. Diese ist kurz und knapp gehalten und umfasst lediglich 3 Seiten.
8 Holger von Krosigk, Absolute Beginners/Skateboard Streetstyle Book, S.17
9 Hier: Durch die Verstädterung und zunehmende Ausbreitung städtischer Lebensformen steigt auch
der Anteil von Betonierten und Asphaltierten Flächen, welche von Skater_innen umgenutzt und
vereinnahmt werden. Auch beinhaltet dies einen Aspekt der Gegenkultur.
10 Input für das Werkstattgespräch „Generationenübegreifende Projekte“ im Ministerium für
Generationen, Familie, Frauen und Integration, Düsseldorf 26. April 2007
11 Input für das Werkstattgespräch „Generationenübegreifende Projekte“ im Ministerium für
Generationen, Familie, Frauen und Integration, Düsseldorf 26. April 2007, S. 10 – 11
12 Input für das Werkstattgespräch „Generationenübegreifende Projekte“ im Ministerium für
Generationen, Familie, Frauen und Integration, Düsseldorf 26. April 2007, S. 11 – 12
13 Für weiterführende Erläuterungen empfehle ich den Film „This ain´t California“

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2 Gedanken zu „Intergenerationelles Arbeiten in der Skateboardkultur“

  1. Text zu intergenerationellem Arbeiten gelesen und für gut befunden!

    Was mir dabei so aufgefallen ist, kurze Denkanstöße, halbfertige Gedanken, keine komplette Argumentation, es ist immerhin Feiertag. 😉

    In der Kulturdefinition hat mir ein Begriff gefehlt, der auch für das Skateboarden bezeichnend wäre, der Begriff „Sport“. Sport kann auch Kulturgut sein. 🙂

    Der gegenseitige Respekt auch über Altersgrenzen hinweg, kann doch generell im Umfeld sportlichen Miteinanders beobachtet werden, so erlebe ich es zumindest. Respekt für gestandene Tricks im Skateboarden, Respekt für Bestzeiten im Schwimmen, Anerkennung für geturnte Elemte usw…
    Genauso zählt das auch zB für Integration durch Sport. Allerdings ist es doch mit der Integration nicht getan, bloß weil ein Mensch ein Skateboard in die Hand nimmt. Hier ist Integration abzugrenzen von bloßer Akzeptanz. Die Anwesenheit des Menschen im Park wird akzeptiert, das heißt dann aber noch lang nicht das er in die Crew, die Szene oder was auch immer automatisch integriert wird. Es ist überhaupt fragwürdig in wie weit der Begriff „Integration“ hier passend ist, da er für mich viel zu sehr mit Anpassung in Verbindung steht, damit eher regressive Tendenzen hat. Wenn sich immer nur Menschen anpassen, findet keine Entwicklung innerhalb der Zusammenhänge statt und das ist wichtig…

    Was ich als Alleinstellungsmerkmal des Skateboardens herausstellen würde, ist die meist sehr hohe intrinsische Motivation von Skateboarderinnen und Skateboarden. Also das sie der Tätigkeit um ihrer selbst Willen nachgehen, nicht weil sie dazu gedrängt werden oder weil sie irgendeine Belohnung dafür erwarten (zumindest im Amateurbereich). Skateboardcrews sind meist lockere Zusammenhänge von Menschen. Dieser freizeitsportliche Aspekt des Skateboardens ist echt interessant, weil Skateboarden, so wie ich es erlebt habe, keine Verpflichtungen gegenüber sozialen Konstrukten (wie Vereinen) mit sich bringt. Und das ist in einem gewissen Alter wichtig für Jugendliche, zur Abgrenzung und Selbstfindung. Demzufolge ist die hohe intrinsische Motivation nicht wirklich ein Alleinstellungsmerkmal des Skateboardens, sondern vielleicht schon eher und wenn überhaupt, eine Besonderheit von Freizeitsport, siehe die Dirtbikeleute aufm Dorf oder eure Longboardgemeinschaft 😉

    Auf jeden Fall interessantes Thema! Da sind die Grenzen fließend zwischen sozialer Arbeit und Sportwissenschaft. In diesem Sinne, für mehr Interdisziplinarität, Grenzen stinken! 🙂

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar und vor allem vielen Dank für die Betrachtung aus der perspektive eines Sportstudenten.

      Ich fang mal von unten an, Grenzen stinken nicht nur und wenn wir mal weiter auf der Kulturdefinition herum trampeln können wir die stinkenden Grenzen auch darauf zurück führen, wobei Kultur sich zum Glück nicht in Grenzen zwingen lässt…hoffe ich zumindest.

      Mal kurz zu dem Punkt warum nicht zu Ende gedacht und nur angerissen: nunja wir sehen ja was darauf folgt, ein Statement von einem Menschen der sich in einer ganz anderen Fachrichtung bewegt und das ist verdammt cool, denn nur so können wir ja die Gedanken weiter spinnen. Brauchen wir doch nur den Anarchismus betrachten, der ist ja auch nicht ausformuliert…zum Glück, sonst wär er ja genau so einengend wie all die anderen Gesellschaftsmodelle:-). Ein andere Grund ist der Hintergrund der Arbeit, es war ne Belegarbeit, für genaue Betrachtungen bräuchten wir ein Buch, aber vielleicht sollten wir die Idee weiter spinnen:-) Du formulierst den Sportaspekt aus, ich widme mich dem Kultur und Jugendkulturbegriff und wir schauen was entsteht:-)! Ein wirkliches Problem in diesem Themenbereich ist das fehlen von angeblich wissenschaftlicher Lektüre von Menschen die Teil einer Subkultur oder Szene sind und nicht ihr ganzes Leben in Vorlesungssäälen verbracht haben.

      Natürlich können wir das für die meisten Freizeitsportarten übertragen, allerdings waren für mich wirklich die Hintergründe, die Entstehungsgeschichte und die in sich formende Evolutionsartige tendenz im Skateboarding ausschlaggebend.

      Integration ist genau wie Grenze ein Wort was irgendwie deplaziert ist und so oder so zu ständigen Fehlinterpretationen führt. Wenn wir es mal checken würden das wir auf einer Erde leben und alle gemeinsam die gleiche Natur nutzen, brauchen und von ihr abhängig sind dann könnten wir auch das Wort Integration weg lassen. Denn Integration ist nur Notwendig, meine Ansicht ohne jegliche Wissenschaftliche Grundlage formuliert, wo es ein Machtgefälle gibt. Da sind wir auch gleich bei den Grenzen:-)

      Naja, ich glaub wir sollten das wirklich irgendwie anders festhalten oder besprechen…das wird ja wahnsinn sonst hier im Blog. meine Gedanken machen gerade Stagedives:-)

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